Ein Wort zum Thema Autarkie

Solar und Windkraft auf einem CampingwagenViele Interessierte denken über ein autarkes Leben in ihrem Tiny House nach, wobei es oftmals hinsichtlich der Interpretation zu Missverständnissen kommen kann.

Einerseits möchten viele Menschen damit den Unterschied zu einem Wohnwagen oder Wohmobil definiert wissen, und dass sie nicht abhängig von Gemeinschaftsanlagen wie Toiletten oder Duschen sein möchten oder ihr Kaffeewasser vor dem Frühstück aus dem nächsten öffentlichen Wasseranschluss beziehen müssen. Diese Form der Autarkie macht genau ein Tiny House aus. Es ist ein richtiges Haus nur eben in Mini-Format und trotzdem noch mobil.

Andere Menschen würden zusätzlich auch gerne unabhängig von kommerziellen Anbietern für Strom und Wasser Ihr Leben in einem Tiny House verbringen. Diese Form der Autarkie geht allerdings deutlich über das hinaus, was in einem Tiny House technisch machbar und zugleich finanziell sinnvoll sein kann. Aber auch die gesetzlichen Regelungen können dem entgegenstehen.

Grundätzlich gilt:

  • je kleiner die Anlagen, desto relativ teurer und ineffizienter sind sie.
  • Die Dachflächen eines Rolling Tiny Houses sind äußerst begrenzt.
  • Photovoltaik-Kleinstanlagen bieten keine Autarkie ohne massive Einschränkung des Lebensstandards und erhöhen das Gewicht inklusive Batterien gleich um mehrere 100 kg.
  • Hauswindkraftanlagen lösen Ihre Energieprobleme ebenfalls nicht, so dass Sie auch weiterhin auf einen Hausanschluss angewiesen sein dürften.
  • Grundwasser darf in Deutschland nicht ohne behördliche Genehmigung als Trinkwasser genutzt werden.
  • Regenwasser ist grundsätzlich für die Verwendung als Trinkwasser verboten.
  • Geordnete Abwasserlösungen müssen grundsätzlich geschaffen und (z.B. Pflanzenkläranlagen) von der zuständigen unteren Wasserbehörde abgenommen werden.

Unsere Erkentnis lautet daher: Minianlagen mögen sicherlich bei Wohnwagen, die nur für ein paar Wochen im Jahr genutzt werden, einen gewissen Sinn ergeben, wenn unterwegs Strom zum Aufladen des Notebooks oder Smartphones benötigt wird. Zum Dauerwohnen sind sie unter Berücksichtigung eines erträglichen Preis-Leistungsverhältnisses zumeist nicht empfehlenswert.

Unsere Empfehlung lautet:

  • Nutzen Sie einen Anschluss an das öffentliche Stromnetz und schließen Sie einen Versorgungsvertrag mit einem ökologisch ausgerichteten Stromanbieter. Die können es besser und günstiger und Sie haben trotzdem etwas für die Umwelt getan.
  • Sammeln Sie Regenwasser und speisen Sie damit Ihre Toilette. Wir sind in Vorbereitung für eine serienmäßige Brauchwasseranlage, die wir voraussichtlich ab Frühjahr 2018 anbieten können.
  • Sofern Sie in Sachen Abwasser keinen Anschlusszwang an das öffentliche Netz haben, errichten Sie eine Pflanzenkläranlage. Gerne unterstützen wir Sie mit der Empfehlung erfahrener Fachbetriebe.
  • Wenn Sie Ihren Energieverbrauch nachhaltig zu senken wünschen, dann bestellen Sie Ihr Rolling Tiny House mit einem Passivhaus-Paket und unserem elektronisch gesteuerten Pellet-Heizkamin „Tiny Billy“. Der verfügt über einen Außenluftanschluss, einen für Tage ausreichenden Pellet-Tank, lässt sich temperaturgenau steuern und vermeidet die übliche Verschmutzung, die herkömmliche Holzkamine sonst mit sich bringen.

Wenn Sie sich für ein Tiny House Village in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten entscheiden sollten, dann regen Sie bitte die Diskussion über eine gemeinschaftliche Photovoltaikanlage an, – dann beginnt es langsam aber sicher wieder Sinn zu machen, über eine energetische Autarkie, die zudem auch ökonomisch und nachhaltig ist, nachzudenken 🙂