FAQ – Gasherde und Tiny Houses

Gas im Tiny HouseGasherde sind traditionell in Wohnwagen beliebt, weil sie selbst des Nachts auf dem Autobahn-Parkplatz für eine warme Mahlzeit sorgen können.

Tiny House-Kunden hingegen können in der Praxis zumeist wenig mit Propangas aus der Flasche anfangen.

Zu Recht oder nur ein schlechtes Gefühl?

Der Unterschied liegt grundsätzlich im System:

Ein Wohnwagen ist für den mobilen Einsatz gedacht, leicht, auch mit kleinem PKW bewegbar, selten winterfest und als echter Wohnsitz eher ungeeignet.

Deshalb wird ein Wohnwagen auch üblicherweise mit mobilen Lösungen ausgestattet, die man bei „richtigen“ Häusern selten findet: Kühlschrank mit 12-Volt-Anschluss, Chemietoilette für die Notdurft unterwegs und auch ein Gasherd – gerne gleich in Verbindung mit einer Gasheizung. Und damit der Betrieb des Gasherdes nicht zu einem gefährlichen Sauerstoff-Gasgemisch oder einer Kohlenmonoxid-Vergiftung kommt, befinden sich in den Außentüren extra Lüftungsschlitze, die selbst im geschlossenen Zustand noch für einen gewissen Durchzug mit den ebenso „undichten“ Dachluken sorgen. Eingedenk des sehr geringen Raumvolumens wären ansonsten Gefahren für die Bewohner nicht auszuschließen.

Ein Tiny House wird hingegen wie jedes „stationäre“ Haus möglichst optimal gedämmt und mit mehrfach verglasten Fenstern versehen, – es ist also „pottdicht“ und ohne Zugluft durch Türen und Luken. Anders als stationäre Häuser verfügt ein Rolling Tiny House allerdings nur über ein Raumvolumen von gerade einmal 74 m3. Kommt also in einem Tiny House ein Gasherd zum Einsatz, wäre zwingend selbst dann für einen ausreichenden Durchzug bzw. eine Zwangsentlüftung zu sorgen, wenn es draußen friert oder stürmt. Geschieht dies nicht, verbraucht der Gasherd binnen kürzester Zeit den Sauerstoff im Tiny House und produziert im schlimmsten Falle auch noch das hochgiftige und geruchslose Kohlenmonoxid bzw. Kohlendioxid.

Dagegen sind so praktische Probleme wie das regelmäßige Austauschen der Gasflaschen an der Tankstelle oder das Einholen der regelmäßigen Prüfbescheinigung „Flüssgigasanlagen in Fahrzeugen“ durch einen dafür autorisierten Fachbetrieb geradezu vernachlässigbar.

Macht Ihr wieder einmal „alles anders als alle anderen“?

Grundsätzlich können wir nur immer wieder vermelden:
Ein Tiny House ist ein Haus, ist ein Haus, ist ein Haus.

Allein für die Legalisierung mittels Baugenehmigung muss auch ein Tiny House grundsätzlich an das öffentliche Netz für Strom, Wasser und Abwasser angeschlossen werden, so dass Propangas gar nicht erst erforderlich wird.

Wer ökologisch leben möchte, schließt ohnehin einen Vertrag mit einem Ökostromanbieter zum Beispiel aus schwedischer Wasserkraft. Solche Versorger können es ohnehin besser und günstiger als es jede Mini-Solaranlage auf dem Tiny-House-Dach jemals könnte und es ist noch sauberer als Gas.

Alternativ zum klassischen Ceran-Kochfeld kommt dann vielleicht ein Induktionskochfeld in Frage. Das verbraucht zwar nicht weniger Strom pro Stunde, gart jedoch in deutlich kürzerer Zeit. Dazu einen vernünftigen Backofen im rechten Hängeschrank und die Rolling-Tiny-House-Küche hat alles, was man benötigt.

Heißwasser kann ich über eine Solarthermieanlage umweltbewusster produzieren und eine Heizung mit Infrarot oder gar ein elektronisch gesteuerter Pelletofen ersetzt die Gasheizung allemal.

Selbst wer partout nicht auf Campingfeeling verzichten möchte: Unsere Pelletöfen können grundsätzlich auch auf dem Campingplatz zugelassen werden.

Insgesamt betrachtet haben wir für uns folgende Entscheidungen gefällt:

  • Wir verkaufen nur solche Produkte, von denen wir zutiefst überzeugt sind.
  • Wir rüsten unsere Rolling-Tiny-Houses grundsätzlich nicht mit gasbetriebenen Anlagen aus.
  • Wir raten aus Sicherheitserwägungen ausdrücklich von Gasanlagen in Tiny Houses ab und empfehlen für alle Nutzungsmöglichkeiten gerne konstruktive und zumeist sogar ökologischere Alternativen.

Wir akzeptieren deshalb gerne, wenn es Kunden geben sollte, die aus diesen Gründen kein Rolling Tiny House kaufen möchten und freuen uns zugleich darüber, dass kaum jemand ernsthaft Gasanlagen bei uns nachfragt 🙂